Kauf: Mattel

MAT (long): 38 Shares, 25.84€/Share, 4.90% YoC

Auch wenn es so aussieht, das hier soll keine Vorstellung meiner Puppensammlung werden, sondern die Ankündigung des ersten Aktienkaufs im neuen Jahr 2015. Dank Bild unschwer zu erraten handelt es sich um Barbie-Erfinder Mattel (MAT), dem größten Spielzeughersteller der Welt nach Lego. Eigentlich wollte Ich, wie versprochen, zuerst alle schon länger gehaltenen Positionen meines Portfolios abarbeiten, Barbie jedoch lenkte mich von diesem Vorhaben ab. Mattel wurde 1945 in Kalifornien, El Segundo, gegründet. Seitdem stellt die Firma erfolgreich verschiedenste Arten von Spielzeug her und vertreibt dieses unter diversen Marken. Die bekannteste darunter wohl Barbie, welche bereits seit über 50 Jahren hauptsächlich Mädchenherzen erfreut. Darüber hinaus nennt Mattel Marken wie Match Box, Fisher-Price, Monster High und Lizenzen wie z.B. für Disney´s Frozen sein Eigen.

Die Spielzeugindustrie zeigte in den letzten Jahren, sogar zu Krisenzeiten, ein attraktives Wachstum auf. Auch in den kommenden Jahren bis 2018 soll sich dies mit einer Rate von 4,17% fortführen, womit die Aussichten für Spielzeughersteller allgemein ausgezeichnet sind. Betrachtet man jedoch das vergangene Jahr von Mattel so zeichnet sich ein anderes Bild. Gegen den Industrietrend waren Mattel´s Umsätze im Vergleich zu 2013 jedes Quartal Rückläufig, was mit einem Niedergang des Aktienkurses von 47 USD auf in der Spitze 29 USD (-40%) bestraft wurde. Aus dem selben Grund handelt Mattel´s zu einer verglichen mit Wettberber Hasbro und industrieweit niedrigen P/E von 15.

Es stellt sich nun die Frage ob diese niedrige Bewertung, die der Markt Mattel´s Gewinnen zurechnet gerechtfertigt ist. Fisher-Price & Barbie Umsätze sanken in den ersten 9 Monaten des Jahres im zweistelligen Bereich, was die breite Meinung hervorrief, Kinder würden heute lieber auf Tablets und Smartphones, anstatt mit Puppen oder Match-Box Autos spielen. Ob das der Fall ist wird nur die Zukunft zeigen. Ich jedoch denke, das Puppen und andere Spielzeuge die sich in der Vergangenheit bewährt haben auch weiterhin von Kindern akzeptiert und geliebt werden.
Das alleine reicht natürlich nicht für eine Kaufentscheidung für Anteile von Mattel aus. Um wieder einen Aktienkurs vergleichbar mit dem von Hasbro zu rechtfertigen müssten zukünftige Gewinne, die Schätzungen der Analysten um einiges übertreffen. Für FY 2014 und Q4 erwarten Analysten durchschnittlich 1.96 USD bzw. 0.93 USD Gewinn pro Aktie (EPS). Ich erwarte das Mattel diese Schätzungen schon dieses Jahr deutlich überbieten kann.

Der Q4 Conference-Call gibt einige Hinweise darauf warum Analysteneinschätzungen zu gering sein könnten.

What we have tried to articulate is that you recall last year we spent probably too much money in hindsight in the third quarter and we tried to shift that spending into the fourth quarter.
I highlighted, for example, that in the US our media spend will be up 40% in the fourth quarter.

Für das 3. Quartal im Vergangenen Jahr (Q3 2013) wies Mattel EPS von 1.21 USD aus, ein starker Vergleich wie sich 2014 herausstellen sollte, als im selben Zeitraum nur 0.97 USD pro Aktie verdient wurden. Erinnern wir uns aber daran was CEO Bryan Stockton im Q3 Conference Call (CC) erwähnt hat, nämlich dass im letzten Jahr in Q3 ein sehr Hoher Betrag, vielleicht sogar zu hoher Betrag, für Werbung und Promotionen aufgewendet wurde, folglich das vergleichsweise hohe EPS von 1.21 USD. Im Weihnachtsquartal 2013, der eigentlich umsatzstärksten Zeit, fehlten dann diese Werbungs- und Promotionsausgaben. Zudem waren Kunden geneigt Käufe ins 3. Quartal vorzuziehen, aufgrund der teilweise stark rabattierten Preise. Diese Umsätze sollten dann im 4. Quartal fehlen womit der EPS Rückgang in der Weihnachtszeit auf 1.07 USD im Vergleich zum Vorjahr zu erklären ist.

In der Folge wie angekündigt von CEO Stockton, wurde die Strategie für Werbung und Promotionen 2014 überarbeitet.  In den ersten 9 Monaten wurde nun weniger für Werbung & Promotionen veranschlagt, worunter natürlich die Gewinne pro Aktie zunächst litten (EPS 2014 Q1 -Q3 1.05 USD).
Jedoch wissen wir nun, dass im aktuellen Jahr für das Weihnachtsquartal ein weit höheres Budget für Werbung zu Verfügung steht als noch im Jahr zuvor. Zudem sollten sich fehlenden Umsätze des 3. Quartales in das 4. Quartal hinein verschieben. All das bereitet das Feld für ein starkes YoY EPS Wachstum und signifikant höheren Gewinnen als von Analysten prophezeit.

Im folgenden will Ich mich an eine Eigene, wie Ich meine, angemessenere Schätzung der EPS für FY 2014 wagen. Der rot markierte Bereich zeigt die Ausgaben für Werbung & Promotionen der ersten 9 Monate, sowohl für 2013 als auch 2014.  Die geringeren Ausgaben Bildschirmfoto 2015-01-02 um 22.41.28für Werbung im laufenden Jahr sind deutlich zu auszumachen. Es wurden lediglich USD 409.4 mm verglichen mit USD 467.3 mm im Jahre 2013 für diese Zwecke verwendet. Ein minus von 12% bzw. USD 60 mm. Dies hatte einen Einbruch des Umsatzes von 8% zur Folge (siehe erste Zeile). Basierend auf den Aussagen im CC nehme Ich an, dass die in den ersten 9 Monaten eingesparten USD 60 mm, in das 4. Quartal verlagert werden. Im vergangenen Weihnachtsquartal (2013) wurden USD 282.9 mm für Werbungszwecke bezahlt. Demnach erhalten wir nach dem Hinzufügen der “verlagerten” USD 60 mm in Summe USD 342.9 mm für Werbungsausgaben für das 4. Quartal, eine Steigerung um 21.2% verglichen mit dem Vorjahr.
Um zu simulieren wie sich diese Erhöhung auf die Umsätze auswirken werden bezieh Ich mich wieder auf Aussagen des CEO´s im CC. Es wurde erwähnt, dass Ausgaben für Werbung und Promotion dieses Jahr gemessen an den Umsätzen im unteren Bereich, nahe 11%, der veranschlagten 11%-13% Guidance liegen werden. Ich rechne daher mit 11.5%. Aus dem Auszug des Income Statements zu sehen machten die in den ersten 9 Monaten ausgegebenen USD 409.4 mm 10.2% des Umsatzes aus. Ein einfacher Dreisatz bringt uns nun zu den Umsätzen für das Gesamtjahr 2014.

FY 2014 W&P: 342.9 mm + 409.4 mm = 752.3 mm (W&P total)
752.3 mm ≈ 11,5% (von Umsatz)
65.42 mm ≈ 1%
65.42 • 100 ≈ 6.542 mm (Umsatz FY 2014e)

Meine Schätzungen ergeben daher einen Umsatz von USD 6.542 mm für FY 2014, und USD 2.513 mm für Q4.
Um zu den relevanten Q4 EPS zu gelangen und diese mit den Analystenschätzungen zu vergleichen kalkuliere Ich zunächst das Net-Income mit der selben 17,5% Nettomarge des letzten Dezember Quartals. Eine zurückhaltende Einschätzung gemessen an den um fast USD 400 mm höheren Umsätzen.

2.513 mm • 0.175 = 439.76 mm (Net Income)

Net Income von USD 439.76 mm geteilt durch alle ausstehenden Aktien im 4. Quartal ergeben die EPS. Da Mattel neben der Ausschüttung von Dividenden auch ein Käufer seiner eigenen Aktien ist um Kapital an seine Eigner zurückzuführen werde Ich eine angemessene Schätzung der ausstehenden Aktien vornehmen. Im Vergleichszeitraum letzten Jahres wurden knapp 1% der eigenen Aktien aufgekauft. Gleiches nehme Ich nun für das 4. Quartal an. Das Resultat: 335.313 mm ausstehende Aktien. Somit ergeben sich folgenden EPS-Prognosen:

439.76 mm / 335.31 mm = 1.31 (EPS Q4)
1.31 + 1.05 = 2.36 (EPS FY2014)

Wie eingangs erwähnt sind die aktuellen Schätzungen der Analysten USD 0.93 und USD 1.96 für Q4 bzw. FY 2014. Mit diesen Schätzungen würde Mattel am 30. Januar, wenn die Firma Einblick in ihre Bücher gibt, den Analystenkonsens im 4. Quartal um 40% bzw. für das Gesamtjahr um 20% übertreffen. Eine solide Überraschung, welche die Bewertung von Mattel wieder näher an die der Wettbewerber bringen sollte.

Für eine einfache Schätzung des Inneren Wertes für Mattel verwenden wir Hasbro als Anhaltspunkt, Hasbro handelt zum 17-fachen der diesjährigen EPS. Bei gleicher Bewertung würde Mattel zu USD 40.12 (17 • 2.36) pro Aktie handeln. Bei einem aktuellen Kurs von 31 USD wären das beinahe 50% Kurspotential. Diese Bewertung wird sicherlich nicht sofort nach einem positiven Quartalsergebnis erreicht, da die Sorge um Barbie und andere Tablet und Smartphone gefährdete Spielzeuge anhalten wird.

Mit einer Dividendenrendite von beinahe 5% bin ich aber gerne bereit zu warten, bis sich herausgestellt hat, dass Kindern sogar das Herumdrücken auf Glasscheiben irgendwann zu langweilig wird.

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