Kauf: International Business Machines

IBM (long): 10 shares, 129.07€/Share, 2.99% YoC 

Am 20.1. war es wieder an der Zeit! Quartalszahlen von IBM. Und wie zu erwarten gefiel WallStreet nicht was ihr geboten wurde. Zum wiederholten male wurden IBM Aktien nach vermeintlich schwachen Zahlen stark abverkauft. Eine perfekte Gelegenheit meine vorhandene Position von 7 auf 10 Aktien zu einem Kurs von EUR 130,4 auszubauen. Bei heutigem EURUSD Wechselkurs entspricht das einem Aktienkurs von ungefähr USD 150, 2,9% YoC und einem KGV von gerade einmal 9.
Mein erster Kauf von IBM Aktien im Jahre 2013 liegt schon etwas zurück, die Argumente die für das Unternehmen sprechen sind jedoch die gleichen geblieben.

Die Transformation

IBM befindet sich seit Jahren in Wandlung, dabei stößt das Unternehmen konsequent wenig profitable Bereiche ab, um seinen Fokus auf hoch-margige Umsätze zu lenken. Diese Entwicklung führte dazu, dass sich IBM weg vom führenden Hardwarehersteller vergangener Jahre hin zu einem Software und Dienstleistungsunternehmen entwickelte.
Die noch immer andauernde Transformation hat zwei übergeordnete, advers verlaufende Auswirkungen auf IBM. Einerseits sinkende Umsätze, da wenig profitable, aber Umsatzstarke Hardwaresparten verkauft werden, andererseits steigende Profitabilität des gesamten Unternehmens, weil in strategisch hochprofitable Zweige investiert wird. Offensichtlich wird dies beim Vergleich von Umsatz und Gewinn. Über einen 10 Jahres Zeitraum blieb die Top-Line nahezu unverändert, während das NetIncome um ca. 50% gestiegen ist.
Leider konnte IBM In den vergangenen beiden Jahren nicht an diese Entwicklung anknüpfen. Dies lag zum einen daran, dass IBM die Spartenverkäufe mit u.a. dem Abstoß des Low-end Server Geschäftes und der Halbleiterproduktion stärker voran getrieben hatte als in den Jahren zuvor. Zudem befand sich das erhaltene Hardwareservergeschäft (System Z und Power 8) am Ende des Produktzyklusses und Wechselkurse entwickelten sich seit Mitte letzten Jahres unvorteilhaft. Kombiniert lasteten diese Effekte stark auf Umsatz und Gewinn.

Ist Besserung in Sicht?

Ist Besserung dieser aktuellen Entwicklung in Sicht? Dies ist wohl die Frage, die über ein erfolgreiches oder ein Investment zum Vergessen entscheidet. Zum einen spricht der jetzige Aktienkurs für eine hohe Margin of Safety d.h. selbst bei weiterer Stagnation der Umsätze und Gewinne sollte das Abwärtspotential der Aktie bei einem KGV von 9 begrenzt sein. Rückkäufe eigener Anteile und eine fast dreiprozentige Dividendenrendite sollten weiter zur Stützung des Kurses beitragen.
Doch nun zur Beantwortung der eigentlichen Frage. Um dieses Rätsel zu lösen ist es wichtig darzulegen, wie und ob IBM wieder zurück zu einem stabilen Wachstum seiner Umsätze findet. Denn steigende Umsätze kombiniert mit höheren Margen und Aktienrückkäufen stellen eine Optimale Mischung für die Zukunft dar.
Was sind also die Argumente die für wachsenden Absatz sprechen? Zu allererst hat IBM wohl mit dem Abstoß der Halbleiterproduktion den Löwenanteil seiner Geschäftsverkäufe hinter sich. Mehr Verkäufe dieser Größenordnung sind daher nicht zu erwarten. Ein weiterer stützender Faktor ist das schon oben erwähnte Ende des Lifecycles der High-end Server. Mit Umsatzrückgängen von bis zu einem Drittel im letzten Jahr dürften die Vergleiche in dieser Sparte im Jahr 2015 durch neue Servergenerationen einfach zu übertreffen sein. Zudem kann IBM weiter mit einem starken Wachstum seiner sogenannten “Strategic Imperatives” rechnen. Darunter fasst IBM seine zentralen Wachstumstreiber zusammen, welche aus Cloud, Analytics, Mobil, Social und Security bestehen. Vergangenes Jahr wiesen diese Strategic Imperatives ein Wachstum von 16% bei einem Umsatz von über USD 25 bn. auf und das trotz des sehr starken Dollars. All diese Wachstumsbereiche haben eines gemeinsam. Sie besitzen eine höhere Marge als die der gesamten Firma. Aufgrund hoher Investitionen in diesem Jahr werden sich diese jedoch noch nicht in den Gewinnen nach Steuern wiederfinden. Daher ist auch ein steigendes NetIncome bzw. Free Cash Flow in diesem Jahr unwahrscheinlich. Zu dieser Aussage passt auch, dass das Management gleichbleibende EPS und FCF für 2015 in Aussicht stellt.
Für 2015 also zeichnet sich für IBM ein noch wenig beeindruckendes Bild, zumal die Ergebnisse noch durch eventuelle Restrukturierungsmaßnahmen belastet werden könnten.

2016 aber sollten sich die Ereignisse für IBM zum positiven wenden. Bis dahin werden die Strategic Imperatives für ungefähr USD 30 bn. an Umsatz verantwortlich sein, das verbleibende Hardwaregeschäft wird sich stabilisieren, Softwareumsätze werden von Partnerschaften mit u.a. Apple, Twitter, Tencent und durch die Installationen von Hybrid-Clouds angetrieben. Die noch schwachen Umsatzzahlen von 2015 werden eine leicht zu schlagende Basis für das Jahr 2016 darstellen, wenn IBM-Umsätze wieder im niedrigen einstelligen Bereich wachsen. Darüber hinaus werden sich die Gewinne langsam einstellen, sobald Investitionen in die neuen Bereiche (vorwieglich Softlayer Infrastructure Buildout & Watson) auf ein durchschnittliches Niveau zurückgefahren werden können. Ich werde an dieser Stelle keine Schätzungen für etwaige Umsätze für 2016 und darüber hinaus wagen. Aber es sollte klar sein, dass bei aktueller Bewertung jedes Anzeichen von Umsatzwachstum zu einer Neubewertung der Aktie führen wird.

Um zu sehen in welche Richtung es hier bewertungstechnisch gehen könnte nehme Ich das durchschnittliche KGV IBM´s der letzten 5 Jahre an (13,49). Bei einer sehr konservativen Schätzung der EPS für 2016 von USD 17 pro Aktie ergibt sich ein Wert von ca. 230 USD Ende 2016, was einem Aufwärtspotential von 51,9% über 2 Jahre entspricht. Dieser Wert könnte sehr leicht übertroffen werden, falls IBM USD 17 pro Aktie verdient und mit einem etwas höheren, aber immer noch konservativen KGV bewertet werden würde.

USD 17 * 13.49 = USD 229.33
USD 17 * 15 = USD 255
USD 18 * 13,49 = USD 242,82
USD 18 * 15 = USD 270

Die Frage Eingangs kann also definitv mit einem “Ja” beantwortet werden. Es ist Besserung in Sicht. Vielleicht nicht kurzfristig in 2015, mit großer Sicherheit aber im Jahr darauf, 2016!

Man könnte jetzt natürlich für einen Kauf später diesen Jahres Argumentieren, da Ich aber nicht weiss wann sich das Sentiment bezüglich IBM zum positiven wenden wird, bin Ich gerne bereit für meine Wartezeit mit einer steigenden Dividende von beinahe 3% entschädigt zu werden.

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One thought on “Kauf: International Business Machines

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