Kauf: National Oilwell Varco

National Oilwell Varco (long): 9 shares 44.72€/share, 3.5% YOC

Im Zuge des rasanten Ölpreisverfalls der vergangenen Monate und der starken Kursverluste fast aller ölverwandten Aktien habe Ich nach günstig bewerteten Unternehmen, mit starker Bilanz und nachhaltigem Wettbewerbsvorteil gesucht und bin überzeugt fündig geworden zu sein. Ich habe meine vorhandene National Oilwell Varco (NOV) Position von 18 auf 27 Aktien,zu einem Preis von ungefähr USD 52 pro Anteil ausgebaut. Die aktuelle Dividende der Firma beträgt ungefähr 3,5%.

Kurz gesagt, NOV ist der One-Stop-Shop der Ölservice-Industrie. So bietet die Firma eine breite Austattungspalette von On- und Offshore Bohrtürme zur Erschließung von Öl- und Gasfeldern, um dann Betrieb und Funktion zu gewährleisten liefert die Firma u.a. Bohrköpfe, Rohre und andere zur Förderung notwendige Verschleiß- bzw. Ersatzteile. Zudem ist NOV in der Lage komplette Bohrtürme zu installieren, zu betreiben und zu warten, was optimale Sicherheit und Kontrolle über den gesamten Bohrprozess verleiht. Unter anderem ist es diese breite Produkt- und Servicekombination, die NOV den Markt für sogenannte “Floater-Packages” mit einem Marktanteil von über 80% fast komplett beherrschen lässt. Floater-Packages werden als komplette Systeme bezeichnet, die die gesamte Förderung von Offshore-Öl in der Tiefsee ermöglichen. Darüber hinaus ist NOV in 63 Ländern mit über 1200 Anlaufstellen für Kunden präsent. So entstand auch der Name “No Other Vendor”, abgeleitet vom Börsenticker NOV. Eine Aussage des ex-CEO´s hierzu, hebt wichtige Wettbewerbsvorteile der Firma heraus:

You buy a rig for 30 years”…”I can deliver it on time, and I’ll have parts in inventory. Down the road, if you want to move it to Brazil or West Africa or India, we’ll be there.

Die Basis für die beherrschende Position NOV´s im Offshore-Segment beruht jedoch nicht nur auf der schieren Größe, oder der internationalen Präsenz, sondern auf einer Entscheidung, die NOV vor Jahren traf. Die Offshore-Ölförderung war seither geprägt von speziell auf Kundenwünsche angepasste Produkte, was permanent zu ausufernden Kosten und unangenehmen Lieferverzögerungen für Zulieferer und Kunden führte. Die Lösung für diese Probleme fanden NOV´s Mitarbeiter in der Standardisierung. Neue Offshore-Bohrtürme setzen auf Standardkomponenten. Vergleichbar mit Legobausteinen, können diese schnell  und einfach ersetzt und verändert werden. Folglich sinken die Herstellkosten, da auf Spezialanfertigung verzichtet werden kann, was zu Preisvorteilen für den Kunden führt. Zudem sind Ersatzteile, die einfach auszutauschen sind, stets vorhanden, was kostspielige Ausfallzeiten für Ölproduzenten reduziert. Für NOV führt dies zu einem gesunden Aftermarket Geschäft in der Betreuung der installierten Förderanlagen.
Jüngstes Projekt der Firma ist es diese Standardisierung auf andere Produkte zu übertragen. Ist das Öl erst einmal produziert, muss es, von den Plattformen und Schiffen, zu Raffinerien und anderen Abnehmern transportiert werden. Dies geschieht durch sogenannte FPSO (Floating Production Storage Offloading Units). Auch hier hilft ein Standarddesign Effizienz, Verlässlichkeit und Kompatibilität, in einem Markt der stark von komponentenverschuldeten Ausfallzeiten geplagt ist, zu erhöhen. Wiederum sollte diese Entwicklung in nachhaltigen Geschäftsbeziehungen für NOV enden.

Warum also der Preisverfall der letzten Monate? NOV bewegte sich Mitte letzten Jahres nahe der 90 USD Marke und ist nun auf ungefähr 50 USD, bei einem KGV von 9, zurückgefallen. Die Antwort liegt, wie wohl zu erwarten, am starken Preisverfall des schwarzen Goldes. Bei einem Preis von 50 USD pro Barrel lohnt es sich schlichtweg nichtmehr nach neuen unkonventionellen Förderquellen, sei es an Land oder zu See zu, zu bohren. Wie in den letzten “Rigcount-Reports” von Baker-Hughes zu lesen ist die Anzahl der Fördertürme seit Ende letzten Jahres stark Rückläufig. Dies kann auch an den CAPEX-Budgets der größten Förderer, wie z.B. ConocoPhilips und Chevron gesehen werden, die durchweg ihre Investitionen in neue Vorkommen für 2015 um über 30% zurückfahren. Natürlich kann dies nicht spurlos an NOV vorbeigehen, das auf neue Aufträge für Bohrtürme angewiesen ist. Ein Auftragsbacklog von über USD 12 bn. für neue Türme, sollte den Effekt auf die Umsätze dieses Jahr jedoch leicht abfedern können. Nichtsdestotrotz, werden die Umsätze bei einem Ölpreis auf jetzigem Niveau in der Zukunft stark leiden und die Firma zu aktuellen Preisen teuer erscheinen lassen. Bei niedrigen Kursen bin Ich jedoch bereit weitere Anteile zu erwerben.

Es gibt jedoch noch Hoffnung. Zum einen ist ein großer Teil der Offshore-Rigs über 30 Jahre alt und muss ersetzt werden, was mit Sicherheit durch NOV Produkte geschehen wird, und zum anderen ist das Geschäft mit Öl ist ein zyklisches, heisst auf Nacht folgt Tag. Niedrige Ölpreise gab es in der Vergangenheit, und wird es in der Zukunft geben. Also kein Grund zur Panik. Fakt ist niedrige Preise derzeit sind durch ein Überangebot an Öl gerechtfertigt. Jedoch ist dieses Überangebot mit ungefähr 2 Mio. Barrel pro Tag im Vergleich zum Gesamtverbrauch von 90 Mio. Barrel pro Tag gering. Darüber hinaus ist sicher, dass Nationen wie China, Indien und andere Länder in Zukunft mehr Öl als heute verbrauchen werden. Bei gleichbleibender Produktion also, würden sich Angebot und Nachfrage von alleine innerhalb ein oder zwei Jahren ausgleichen. Für 2016 jedoch ein Rückgang der Produktion prognostiziert, was bedeuten würde, dass die Welt unaufhaltsam auf eine Zeit knappen Öles zuläuft. Dies würde nach dem Lehrbuch der Mikroökonomie höhere Preise zur Folge haben, was wieder zu mehr Investitionen, und damit Geschäft für NOV führen sollte. Ein weiteres, schon in einem meiner vorigen Posts erwähntes Argument ist, dass die Gesamte konventionelle Ölproduktion, welche bei derzeitigen Preisen die fast einzige ist, die über den gesamten Zyklus profitabel ist (Sprich eingerechnet den Kosten für die Erschließung der Ölfelder) nicht ausreicht um die aktuelle Nachfrage nach Öl zu bedienen. Irgendwann also in Zukunft müssen die Preise wieder in Regionen um die USD 75 vordringen, um es für Firmen attraktiv zu gestalten unkonventionelle Vorkommen auszubeuten mit denen die Ölnachfrage zu befriedigt werden kann. Wann dies genau geschieht steht in den Sternen, dass eine Erholung des Preises erfolgt ist jedoch unausweichlich.

Bis es soweit kommt ist NOV bestens gerüstet diese Trockenzeit zu überstehen. Mit einer ausgezeichneten Bilanz, beinaher Schuldenfreiheit und einem hohen Cash bestand, sollte NOV sogar zu einem künftigen Profiteur der aktuell niedrigen Preise sein, da Wettbewerber oder andere Firmen zu günstigsten Konditionen übernommen werden können. Diese Absichten wurden auch im vergangenen Q4 Conference Call ausgedrückt. Bis zu einer Erholung des Ölpreises könnte noch ein steiniger Weg vor NOV liegen und niedrigere Kurse auf kurze Sicht sind durchaus denkbar. Aber bekanntlich ist es am dunkelsten vor der Dämmerung!

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8 thoughts on “Kauf: National Oilwell Varco

  1. I know that NOV has been quite popular among many of the dividend bloggers ever since oil came tumbling down towards the end of 2014. The yield on this one is nice and if you can hold out while oil prices recover you’ll surely benefit nicely down the road. Thanks for sharing.

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    1. What drove me into NOV was basically their standardization push in the industry, making rigs cheaper to produce for NOV and cheaper for costumers to purchase, maintain and service. Still I am not able to project where Oil is headed. The longer it stays down the more rigs will be idled, which isn´t exactly a tailwind for NOV.
      A Positive is the average 30+ age of offshore rigs, that will have to be scrapped or expensively serviced. In future with oil making the turn rig demand will rebound and capacity will very likely be constrained, and a lot of those orders will definitely go to NOV. Until then there is likely some pain ahead! But i won´t start at timing the market. The price for this quality company seems right these days!

      Regards

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  2. Hi,

    Mine German is a bit rusted since I learn at school… I am as well in the oil companies (RIGN.VX), have you look at it with one of your well done analysis?

    Cheers,

    RA50

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    1. Hi there!

      I guess RIGN.VX is Transocean. I haven´t looked at that one in particular. I read a bit about Ensco (ESV) recently. I think ESV has cut its Dividend Payments by about 80%, which I think was necessary. In case Transocean hasn´t been through that process I would also expect them to cut payments anytime soon!

      I mean what all those companies have in common is their business model. They all “rent” offshore rigs to costumers and receive payments for that service. Contracts that are still running will provide a nice payment stream since they were set up in a high oil price environment. However dayrates should be heavily pressured upon contract renewal and thus future earnings will be significantly lower.
      By accepting cuts in their dayrate they might face impairment charges. (which is non-cash, but will still look ugly on EPS)
      As with basically all oil companies (with lesser extend the integrated oil majors) you would want an increasing oil price in the future for your investment to be profitable. So If you believe Oil to go up RIG might be a good investment, given that it can live through a longer drought.
      I think NOV can do that since they have zero net debt. I haven´t looked into RIG´s debtstructure, but I guess you have checked that since you are invested.

      Best wishes

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      1. Hi,
        Yes RIG or TransOcean cut their dividend as well, but still distribute some.
        They are selling quite of their rigs at the moment and it’s a difficult time, but Carl Ikahn says that in the future all oil companies will come back. So they are so cheap at the moment, that buying additional shares will my arms.

        Cheers

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        1. Have you considered looking at the other Offshore Drillers? Especially Ocean Rig (ORIG). They are have one of the newest fleets in the industry, which I think will navigate them relatively better through current low oilprices. Unfortunately they feature a nice debt load but for now this seems to be manageable for the company. Additionally unlike many others they have maintained their dividends so far. Its in the stars whether they can sustain it going forward but given their order book odds are they won´t have to cut.

          Best

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          1. Hi,

            Thanks for passing by and commenting.

            I have not look at ORIG, as we already too heavily weighted on oil businesses in our portfolio. My impression is that all oil companies have massive debts and are going through really tough time, but the oil price will come back. Carl Icahn (heavily invested in RIG and other) is really confident that the situation will turn back, which I am with him.

            Looking at the increase population, increase revenue and GDP, there is no other way that we will continue to need oil.

            Let me know if you will some ORIG shares.

            Cheers, RA50

            Liked by 1 person

            1. I have the same opinion about oil prices. Oil prices have always been cyclical. However there are some pressures that could indicate that Oil won´t see 120 anytime soon. But who am I to make predictions?! However we can be certain that Saudi Arabia if it wants can easily live with cheap oil for the next years given their vast currency reserves. Also it is much stated that US frackers have become the new swing producers that can ramp up production everytime the oil price reaches a for them profitable price. If that is the case this would put a ceiling on oil prices at about 60-70 USD.

              But as you have stated in the long run oil demand will increase and the “small” oversupply situation will be absorbed, which makes some oil companies a good buy at current levels. For the near term however, I wouldn´t dare any prediction. It is equally likely that we will see 30 dollar oil before we return to prices above 70 USD.

              Since I am already exposed to oil with NOV I am currently refraining from purchasing another oil stock unless we see another round of major corrections of quality oil companies.

              Grüße

              Like

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