Über Berkshire Hathaway Inc.

Anlässlich der Veröffentlichung des Jahresabschlusses Berkshire Hathaway´s vergangenes Wochenende, möchte Ich die Gelegenheit nutzen ein paar Worte über dieses außergewöhnliche Unternehmen zu verlieren. Wie traditionell zu jedem Jahresbericht wurde auch dieses mal einen lesenswerter Brief von Buffett an seine Aktionäre veröffentlicht. Jedes Jahr aufs neue schaffen Buffett und Mungers Briefe, was in der Finanzwelt außergewöhnlich ist,  mit bildlicher Sprache und dabei dennoch hohem Informationswert, wertvollen Rat für Anleger zu vermitteln.
Thema des diesjährigen Essays war zum einen ein kurzer Rückblick auf die letzten 50 Jahre des Unternehmens, die Frage der Nachfolge Buffett´s und Munger´s und Gedanken über die gegenwärtige Form Berkshire´s als Konglomerat. Jedes dieser Themen offenbarte, teils neue, teils bereits bekannte Aspekte die zur Erfolgsgeschichte “Berkshire Hathaway” beitrugen.

Selbst bin ich seit ungefähr Anfang des letzten Jahres in Berkshire Hathaway investiert und bin damit bis zum heutigen Tag sehr gut beraten gewesen. Was mich zu diesem Investment bewegt hat waren größtenteils Argumente, welche auch in besagtem Brief angesprochen werden. In der Vergangenheit wurde viel Kritik laut, nicht nur in direkter Beziehung zu Berkshire Hathaway, sondern an Unternehmen als Konglomerate im Allgemeinen. Es liegt, so legt Buffett es dar, im Sinne der Investmentbanken, die bekanntlich von Transaktionen u.a. im M&A Bereich leben, kontinuierlich zuerst Unternehmen zu Käufen anderer Unternehmen zu bewegen, um nur wenige Jahre später für eine Abspaltung der Selben zu werben. So waren Finanzanalysten in der Vergangenheit regelrecht scharf auf Unternehmen, die ausschließlich durch den Zukauf anderer Unternehmen an Größe und EPS gewannen. Zu dieser Zeit wurden Manager, welche unter zur Hilfenahme ihrer eigenen überbewerteten Aktien andere offensichtlich nach KGV unterbewerteten Unternehmen aufkauften, in den Himmel gelobt und zu Millionären, um sich nur Jahre später, nachdem genannte Unternehmen längst Pleite gingen, da gekauft Unternehmen nur vermeintlich Unterbewertet waren und sich der EPS Schub nur als kurzfristiges Vergnügen herausstellte, in der Ecke für böse Kinder wiederzufinden. Wo vor einiger Zeit Konglomeration allerseits angepriesen wurde, wird Ihr jetzt vorwiegend die Zerstörung von Werten nachgesagt. Teilweise mag dies auch zutreffen. Wenn Unternehmen ausschließlich auf Wachstum zu jedem Preis aus sind, wären Aktienrückkäufe oder die Ausschüttung von Dividenden für die Aktionäre die wohl weit bessere Lösung. Die einzigen Profiteuere solch einer “Diworseification” sind meist nur die Manager selbst. Zu erkennen ist diese Art von Aquisitionswütigkeit oftmals daran, dass Firmen ihren Kompetenzbereich verlassen und sich in Geschäftsfelder einkaufen, welche nicht im Entferntesten mit ihrer ursprünglichen Tätigkeit zu tun haben.

Jetzt könnte natürlich angemerkt werden Berkshire Hathaway sei wohl das Paradebeispiel für diese Art von Vorgängen, da das Unternehmen angefangen von Versicherungen über Eisenbahnen, bis hin zu Versorgern in verschiedensten Bereichen investiert ist. Beim genaueren Hinsehen ist dies jedoch nicht der Fall. Denn während Manager anderer Firmen meist ausschließlich detaillierte Kenntnisse über deren eigenen Industriezweig haben und  darüber hinaus mit operativen Aufgaben beschäftigt sind, hat Berkshires Zentrale in Omaha, als einziges Ziel die Allokation von Kapital. Operative Tätigkeiten sind gänzlich an Manager delegiert. Grundsätzlich ist es Berkshire daher möglich in jeden Bereich, welcher innerhalb des Verständnisbereiches liegt, zu investieren, was Berkshire einen weit größeren Kreis an Anlagemöglichkeiten eröffnet.
Wird ein Unternehmen schließlich Teil des Berkshire Konzerns, so kommt ihm ein weiterer Vorteil zu Gute. So ist es als Konglomerat nämlich möglich Kapital steuerfrei zwischen einzelnen Beteiligungen zu verschieben. D.h. jedes Unternehmen hat unabhängig von seiner eigenen finanziellen Situation Zugang zu sehr günstigem Kapital, was Investitionen und Wachstum dank günstiger Kapitalkosten stark fördert.
Darüber hinaus hat Berkshire auch bei Akquisitionen selbst, laut Buffett, einen gewaltigen Vorteil inne. Aufgrund der Politik wenig bis überhaupt nicht in das Tagesgeschäft der Akquisitionsziele einzugreifen und sich ausschließlich um die Anlage überschüssigen Kapitals zu kümmern, sind Eigentümer oftmals geneigt sich bei einem Verkauf für Berkshire und gegen Private Equity oder andere Finanzinvestoren zu entscheiden. Letztere sind dafür bekannt Unternehmen zu filetieren, umzustrukturieren, was normalerweise bedeutet Arbeitskräfte zu entlassen. Viele Familienunternehmen wollen dergleichen verhindern und entscheiden sich, falls Interesse besteht, für Berkshire, auch wenn dies teilweise bedeutet einen Abschlag beim Verkaufspreis in Kauf zu nehmen.

Ein weiterer Punkt der mich zur Anlage in BRK.B bewegt hat ist das ausgezeichnete, weltweit wahrscheinlich einzigartige Versicherungsgeschäft der Firma. Durch die gewaltige Finanzkraft Berkshires ist das Unternehmen die optimale Gegenpartei für Versicherung Suchende aller Art. Besonders die Rückversicherung, welche anderen Versicherern Risiken abnimmt die diese nicht länger bereit, oder in der Lage sind zu tragen, profitiert von der Finanzstärke Berkshires. So ist die Versicherungssparte aufgrund der ausgezeichneten Kapitalisierung in einigen Bereichen weitestgehend konkurrenzlos, was zu noch mehr abgeschlossenen Policen für General Re,  Berkshire Re & Co. führt und damit die Kapitaldecke weiter wachsen lässt. Ein sich verstärkender Kreislauf.

Auch das Versicherungsgeschäft an sich ist Investoren wie Buffett und Munger wie auf den Leib geschnitten. Versicherung funktioniert wie folgt; es werden Policen verkauft, die gewisse vorher kalkulierbare Risiken abdecken. Eine Auszahlung wird nur im Falle des Schadens fällig. Bis dahin hat das Unternehmen diese Summen, den sogenannten “Float” zur freien Verfügung und kann Profite aus dessen Investition verbuchen. Bei profitablem Underwriting, was Berkshire über die Jahre stets praktiziert hat, kann dieser Float sehr wertvoll werden. Die Versicherungsbranche als ganze arbeitet zu einem “Underwriting Loss” auf der Jagd nach Marktanteilen. Underwriting Losses bedeutet, dass eingenommene Prämien niedriger sind als die kalkulierten Schäden.

main-qimg-87d4a8e2088e12aab9da8a4a90101416Die voranstehende Grafik stellt den Wert des Floats bei Berkshire sehr eindrucksvoll dar. Wird wie in den Vergangenen Jahren profitabel versichert, sprich die eigenommenen Premiums übersteigen die erwarteten Schäden, so erzielt der Float bei Investition in mittel- und langfristige Gov. Bonds einen risikolosen Profit von 5%-7% pro Jahr!
All diese Vorteile machen Berkshire als Konglomerat zu einem eindrucksvollen Unternehmen. Bei günstigem Einstandskurs sollten mit diesem Investment sehr zufriedenstellende Renditen erzielt werden können. Jedes mal, wenn der Buchwert sich 1.2 annähert werde Ich meine Position weiter erhöhen. Zum 1.2 fachen des Buchwertes kauft Berkshire eigene Aktien zurück, da so laut Buffett der intrinsische Wert pro Aktie erhöht wird. Bei all den Zukäufen und dem werthaltigen Versicherungsfloat ist anzunehmen, dass der Buchwert des Unternehmens die wahren Werte weit unterrepräsentiert. Eine eingehende Sum-of-the-parts Bewertung würde hier wohl einen genaueren Wert der Aktiva ergeben. Für ein Investment reicht mir aber die Ungefähre Schwelle des 1.2 fachen Buchwerts, bei der Ich, sollte Sie erreicht werden, das Unternehmen stark unterbewertet ansehe.

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