Bye Bye, DGI (Dividend Growth Investing)

Wie wohl schon aus meinem ersten Posting über die Wahl der richtigen Strategie herauszuhören war, bin Ich schon damals einer Dividend Growth Strategie (DGI) leicht abgeneigt gewesen. Beim weiteren Nachdenken über diesen Investitionsansatz, habe Ich mich in den letzten Woche immer weiter davon entfernt. Dafür gibt es mehrere Gründe. Der offensichtlichste jedoch ist, dass DGI zu einer nicht zu verneinenden Portfoliokonzentration in überbewertete Bluechipaktien mit meist geringen Wachstumschancen nach sich zieht. Fast alle Investoren die sich DGI verschrieben haben sind zum größten Teil in den selben Werten investiert. Coca Cola, Kinder Morgan, AT&T, und Procter & Gamble sind als Favoriten dieser Investorengruppe zu nennen. Rechtfertigung für diese Investitionsentscheidung ist stets “ununterbrochene Dividendenzahlung in den letzten X Jahren”. Dabei wird die Bewertung meist völlig außer Acht gelassen, mit der Begründung, solange der Wert nicht verkauft wird, wird auch kein Verlust realisiert. Und solange die Dividende jedes Jahr erhöht wird, wird auch nicht verkauft. Jedoch weisen die meisten dieser Werte niedriges bis stagnierendes Wachstum auf, was es in der Zukunft immer schwerer machen wird stetig steigende Dividenden zu bezahlen. Die niedrigen Zinsen zur Zeit mindern dieses Argument insofern, dass durch günstige Kredite Aktien zurückgekauft werden können, was die Dividendenlast der Unternehmen reduziert. Soviel ist jedoch Sicher, ewig wird dies nicht funktionieren. Es ist wichtig zu bedenken, dass eine Lückenlose Dividendenhistorie in der Vergangenheit nicht automatisch das selbe für die Zukunft bedeutet, besonders wenn die Frage nach der Haltedauer mit “für immer” beantwortet wird!

Darüber hinaus handeln die meisten dieser Aktien jenseits eines KGVs von 20. Nicht gerade eine Bewertung die Benjamin Graham als Schnäppchen bezeichnen würden. Dies ist wohl aktuell mit der Suche der Investoren nach Rendite zu begründen. Solange Festverzinsliche Wertpapiere mit niedriger oder mittlerer Laufzeit nahe bei null rentieren, bleibt ausschließlich die Flucht in Dividendentitel. Sollten die Zinsen in naher Zukunft steigen darf mit einer Umkehr dieses Effektes gerechnet werden. Einer Kontraktion des KGV´s. Denn Aktien, welche den Status “Bondequivalent”, aufgrund ihrer Sicherheit und der hohen Dividendenrendite geniessen, verhalten sich  auch oftmals wie Bonds im Preis. D.h bei Zinsen fällt der Wert dieser Aktien und bei fallenden Zinsen steigt er. Einem Dividendenportfolio demnach, dass ausschließlich aus eben diesen Bluechip Dividendenzahlern mit niedrigen Wachstum besteht dürfte, sollte die Fed die Zinsen in diesem Jahr anheben, eine ungemütliche Zeit bevorstehen.
Auch die Einschränkung auf einige wenige Aktien, welche für DGI in Frage kommen stört mich. So gibt es ausgezeichnete Unternehmen, welche keine Dividende zahlen müssen, aber durch das DGI-Raster fallen. Ich spreche hier bewusst von müssen. Denn was Unternehmen zur Ausschüttung von Dividenden bewegt ist lediglich ein Mangel an Investitionsmöglichkeiten. Für den Investor selbst wäre es weitaus wünschenswerter, wenn das Unternehmen ausreichendes Wachstumspotential sähe, und Gewinne profitabel reinvestieren könnte. Natürlich gibt es Unternehmen, meist welche mit wenig Kapitalintensiven Geschäftsmodellen, die sich sowohl Wachstum als auch das Bezahlen von Dividenden leisten können. Solchen Firmen bin Ich gerne weiterhin bereit meine Mittel zur Verfügung zu stellen.

Was Ich mit den voranstehenden Zeilen betonen will ist, dass es nicht Zielführend sein kann Investments, ausschließlich auf der Hoffnung auf stetig steigende Dividenden in der Zukunft zu tätigen. Überrenditen, und damit ein schnellerer Vermögensaufbau als gewöhnlich, können nur mit dem Kauf unterbewerteter Anteile erzielt werden, dabei ist es irrelevant ob diese Dividende ausschütten oder nicht.

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6 thoughts on “Bye Bye, DGI (Dividend Growth Investing)

  1. I can tell you that I do consider valuation before making any purchase. It’s not enough for me to simply want to invest in a stock because it has paid a dividend for X number of years. I want to make sure that it is fairly priced too. Sure many DG investors own the same stocks but we don’t just buy any name simply because of its dividend past. Thanks for sharing.

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    1. Heyhey,
      This is not a criticism to your unique approach at all. However I find it disturbing that for example ATT and as a non growth stocks seem to be liked by everyone, even though the entire industry is under pressure and ATT is uncapable to meaningfully grow Cashflows. I only try to avoid the mistake of sacrificing total return for the chase of yield.

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  2. Vielen Dank fuer diese Post. I agree with your thoughts on this matter. DGI in and of itself cannot last forever for the reasons you’ve stated. Have you considered a combined approach to your investing? For example, I call myself a “value and dividend growth investor”. I have a screener for stocks that have to pass certain criteria, one of which is growing dividends by at least 2% per year for 7 years or more. This is quite a lot lower than what many in the DGI community would look for, and of course this would usually rule out some of the no-growth/slow-growth companies that everyone loves.

    I also prefer smaller companies and carefully consider valuation as a really crucial part of the process of investing.

    Cheers – PROST!

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    1. Hallo Theresvalue,

      Spot on. Slowly deteriorating fundamentals and increasing Dividends simply won´t work out well over the longer term. Having such a situation will ultimately force a DGI approach into selling stocks at the most uncomfortable time; when dividends are either cut or stall. By that time the share price will likely have fallen significantly and the investor has to take the haircut.

      A combined approach of value investing and DGI makes very much sense I guess! Especially for people relying on income. I would bet that in a few years time you will be much better of income- and total return wise than with a “chasing yield” strategy.

      Since I am currently and hopefully for some years to come not reliant on dividend income, I will try to focus on uncovering undervalued businesses. If those happen to pay a dividend I will be very happy, if not fine for me too, in case these companies put their cash to work in an intelligent way.

      Best example would be Autozone. They are both a nice growth company and able to distribute returns to their shareholders. Not by dividend payments but by repurchasing shares. Such a company would never have appeared on a list for DGI even though it is as shareholder friendly as it can possibly get, while still growing!

      Thanks for stopping by and kudos to you for the German 😉

      Prost!

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      1. Thanks for the hint. I will have a look into those. I am also quite fascinated by your PF since it deviates widely from what i have seen so far. Would love to exchange some ideas!

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