Verkauf: CSX Corp

Profit: 57,11% CAGR: 41,8%

U.S. Eisenbahngesellschaften hatten einen schweren Start ins neue Jahr. Nach einem ausgezeichneten Jahr 2014, von Wachstum der Frachtvolumen beinahe über alle Segmente geprägt, stiegen die Aktienkurse wie auch der von CSX in unbekannte Höhen. Bei gleichbleibendem Wachstum wären KGVs von aktuell 17-20 für diese Unternehmen auch mit Sicherheit gerechtfertigt, jedoch hat sich die Lage seit Mitte letzten Jahres geändert. Dies wirkt sich nun offensichtlich auf Eisenbahngesellschaften, als lebensnotwendige Blutbahn der gesamten U.S. Wirtschaft, aus. Was ist passiert?

Seit Mitte letzten Jahres, nach Ankündigung der EZB ein Programm zum Ankauf von Staatsanleihen aufzulegen und der Sorge um Zinserhöhungen in den USA, kam es zu einer starken Aufwertung des Dollars – nicht nur im Vergleich zum Euro sondern auch gegenüber den meisten anderen wichtigen Währungen sowohl der Developed- als auch der Emerging Markets. In der Folge stieg der Dollar von ungefähr 70 cent pro 1€ auf über 90 cent pro 1€ und nähert sich immer weiter der Parität an. Diese Aufwertung schwächt exportabhängige Unternehmen, aber auch Eisenbahngesellschaften sind hiervon betroffen, denn Profite aus der Beförderung von Exportgütern und hochmargiger Exportkohle zu den größten Häfen ist ein nicht unwichtiger Faktor ihrer Erträge.

Zudem, wie schon in einem vorigen Beitrag angesprochen, wiegt der Verfall des Ölpreises stark auf der noch vor Monaten florierenden Fracking Industrie, die den USA durch horizontale Ölbohrungen zu einer seit 1960 nicht mehr gesehenen Förderungssteigerung verholfen hat und die USA beinahe unabhängig von Ölimporten macht. Ein Großteil eben dieses Öls wird von Eisenbahngesellschaften transportiert. Größte Akteure im Transport von Crude Oil aus den Shale Formationen sind Buffett´s BNSF und Union Pacific Corp. Aber auch CSX und Norfolk Southern haben am Aufschwung Teil. Der Ölpreisverfall im letzten halben Jahr stellt dieses Wachstum in Frage. Bereits im ersten Quartal 2015 sind die Umsätze aus dem Transport von Rohöl nicht mehr weiter gewachsen und werden im zweiten Halbjahr wohl den sinkenden Fördermengen folgen.

Auch die U.S. Wirtschaft als ganze scheint durch eine Mischung aus starkem Dollar und einer weniger expansiven Geldpolitik der FED an Wachstumsdrang zu verlieren. Das erste Quartal enttäuschte auf breiter Front durch schlechter als erwartete BIP, Arbeitsmarkt und PMI Daten.

All dem können sich Eisenbahngesellschaften, deren Bewertung zum Teil, auf einem robusten Wachstum der U.S. Wirtschaft und weiter steigenden Umsätze aus Öltransporten beruht, nicht entziehen. Kansas City Southern, Norfolk Southern und CSX haben schon mit einer reduzierten Erwartungen für das Jahr 2015 reagiert. Weitere werden folgen. So hat CSX seinen Ausblick für das Jahr 2015 von niedrigem zweistelligen Wachstum auf mittleres einstelliges Wachstum zurückgenommen.

Ich trenne mich nur ungern von meinem Investment in CSX, zumal die Firma gerade die Dividende erhöht und ein Aktienrückkauf über USD 2bn. angekündigt hat. Jedoch sehe Ich aufgrund der aktuellen Bewertung, nach dem neuerlichen Kurssprung den Zahlen folgend und einem reduzierten Wachstumsausblick in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld nur noch wenig Potenzial für eine zufriedenstellende zukünftige Rendite in diesem Investment. Sollten sich die Kurse in nächster Zeit einem angemesseneren Niveau (KGV 14-15), das die reduzierten Wachstumsaussichten widerspiegelt, annähern werde Ich wieder über ein Investment nachdenken.

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